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Alkohol und die Gesellschaft 05/05/2003 Adoleszenten entdecken die Vorteile vom Trinkverhalten
Amerikanische Adoleszenten passen ihr Trinkverhalten sowohl den guten Erfahrungen als auch dem Fehlen schlechter Ergebnisse an. Zu dieser Schlussfolgerung kommen Julie Goldberg der Universität in Illinois und ihre Kollegen der Universität Kalifornien. Adoleszenten gehen den Risiken nicht aus dem Weg, denn sie betrachten sich als unverletzbar. Warnungen über Gesundheitsrisiken scheinen sie nicht abschrecken zu können. J. Goldberg und Kollegen wollten überprüfen, welche Meinung Adoleszenten über die Risiken und Vorteile von Alkohol- und Tabakkonsum haben, wie sich diese Meinung mit zunehmendem Alter ändert, und ob ihre Erfahrung ihr Trink- und Rauchverhalten nach sechs Monaten änderte. Dazu wurden 395 SchülerInnen aus 18 Schulen in Nordkalifornien in Gruppen aufgeteilt, die den jeweiligen Altersklassen entsprachen: 10 – 11, 12 – 13 und 14 – 15 Jahre. Wie zu erwarten war, hatten die älteren Studenten mehr Erfahrung mit Alkoholkonsum: 73 % der ältesten Gruppe tranken Alkohol, 41 % sogar schwer (mindestens 6 Drinks pro Anlass). In der jüngste Gruppe tranken 28 %, von denen 3 % schwer. Bei den Trinkern aus der jüngsten Gruppe waren nur 19 % sich der Folgen ihres Alkoholkonsums bewusst, wobei 83 % die Folgen als positiv einstuften. Bei der mittleren Gruppe waren 43 % sich der Folgen bewusst, wobei 91 % sie als positiv einstuften. In der ältesten Gruppe waren 84 % sich der Folgen des Alkoholkonsums bewusst und fast alle (98 %) stuften die als positiv ein. Mit zunehmendem Alter traten die Vorteile des Alkoholkonsums immer mehr in den Vordergrund, während die Risiken immer unwahrscheinlicher erschienen. Wenn man sich sechs Monate später das Trinkverhalten anguckt, stellt man fest, dass jedem zehnprozentigen Anstieg des eingeschätzten Risikos ein Rückgang der Wahrscheinlichkeit des Alkoholkonsum um 16 % entspricht, und dass jeder zehnprozentige Anstieg der wahrgenommen Vorteile die Wahrscheinlichkeit auf Alkoholkonsum um 16 % erhöht. Die meisten trinkenden Studenten erwähnten die beim Trinken festgestellten Vorteile, was nicht im Einklang steht mit der typischen Botschaft, die Jugendliche in Sachen Alkoholkonsum immer wieder zu hören bekommen und in der die negativen, oft tödlichen Ergebnisse betont werden. Jüngere Adoleszenten waren sich stark der Risiken und ihrer Verletzbarkeit bewusst, aber dann vielmehr im Hinblick auf die Erwartungen als im Hinblick auf die Erfahrungen. Trotdem wog dieses Bewusstsein über die Risiken die festgestellten Vorteile des Alkoholkonsums nicht auf. Die geringere Einschätzung des Risikos durch ältere Adoleszenten kann vielleicht nicht auf ein voreingenommenes Verhalten der eigenen Unverletzbarkeit gegenüber zurückgeführt werden. Vielleicht handelt es sich einfach um eine Anpassung an ihre oft positive Erfahrung sowie an das Fehlen negativer Erfahrungen. Die Autoren empfehlen, die auf die Adoleszenten abzielende Vorbeugung anders zu gestalten, wobei zu betonen ist, dass es sicherere Methoden gibt, diese Vorteile zu erreichen, als Alkoholkonsum. Aber dann muss man natürlich genau wissen, welche Art von Vorteil die Adoleszenten am meisten interessiert. Quelle: The Quarterly Review of Alcohol Research; 2003, Band II, Nr. 1. | ![]() |
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