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WISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG
Alkohol und der Geist

21/09/2004
Arzneimittel, das den Embryo vor Alkoholmissbrauch der Mutter schützt?

Mit der Entdeckung einer neuen Methode, die Toxizität von Alkohol zu blockieren, wurde ein Schritt voraus auf dem Weg zu einem Arzneimittel gemacht, das ungeborene Babys vor Schäden bewahrt, die durch übermäßiges Trinken der Mütter verursacht werden.

Das Fötale Alkohol Syndrom (FAS) ist die am häufigsten vorkommende vermeidbare Ursache von mentaler Zurückgebliebenheit bei Kindern und trifft in den Vereinigten Staaten auf drei Babys von tausend Geburten zu. Mit dem Trinken aufzuhören ist die beste Präventivlösung, aber für Mütter mit einem Alkoholproblem ist das oft zu schwierig. Eine Betreuung, um sie zu motivieren, hat erwiesermaßen nur eine Erfolgschance von 30 %.

Ein schützendes Arzneimittel wird noch einige Jahre ausbleiben, aber die neueste Forschung zeigt, wie embryonale Gehirne gegen Alkohol geschützt werden können. Michael Charness und seine Mitarbeiter von der Harvard Medical School fanden heraus, dass ein Fragment eines Proteins mit dem Namen NAP verhindern kann, dass Alkohol die Neuronen daran hindern kann, während der Entwicklung des Gehirns miteinander in Verbindung zu treten.

Zuvor hatte das Team bereits herausgefunden, dass Alkohol auf L1 einwirkt , einem Protein, das den Neuronen hilft, miteinander in Verbindung zu treten. Außerdem wurde bereits gezeigt, dass NAP geeignet war, FAS bei Mäusen vorzubeugen.

Aber es war noch unklar, ob NAP speziell die negativen Nebenwirkungen von Alkohol auf das Gehirn blockieren konnte oder eine Folge der bekannten Wirkung von NAP gegen neurologische Schäden war. Die Forscher entdeckten, dass NAP auf eine sehr besondere Weise die verhängnisvollen Nebenwirkungen von Ethanol blockiert und das nur eine sehr kleine NAP-Menge für den Schutz notwendig war, so dass auch weniger Nebenwirkungen zu erwarten waren.

Gemäß Verhaltenspsychologen soll solch ein Arzneimittel bei Müttern mit FAS-Risiko sehr willkommen sein. Aber sie warnen vor einer Behandlung, die es einer werdenden Mutter gestattet, während der Schwangerschaft weiter zu trinken, wegen der übrigen zahlreichen sozialen und medizinischen Nachteile des Alkohols.

Einige neue Studien haben deutlich gemacht, dass sogar mäßiges Trinken zu einem sinkenden Konzentrationsvermögen, schwachen motorischen Fähigkeiten und einer beschränkten emotionalen Entwicklung bei Babys führen kann.


New Scientist

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